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Zu viele Chancen nicht verwertet

Kampf und Einsatz sind Trumpf im packenden Landesliga-Derby: In dieser Szene sucht Bösperdes Shooter Max Wergen (rotes Trikot) die Lücke zwischen Oliver Kampmeier (rechts) und dem mit 13 Treffern überragenden Felix Thier. Foto: Dietmar Reker, sportpresse-reker.de

Lokalderbys sind in der heimischen Handball-Szene mittlerweise sehr rar gesät. Wenn sich aber zwei Mannschaften aus der Hönnestadt gegenüber stehen, dann sind Emotionen, Leidenschaft und knisternde Spannung auf jeden Fall garantiert. Das gestrige Ortsduell zwischen den Landesligisten DJK Bösperde und SG Menden Sauerland II machte da keine Ausnahme – und bescherte mit den Gastgebern einen überglücklichen 31:28 (18:12)-Sieger.

„Dieses Ergebnis haben wir uns als Mannschaft verdient – die hat heute wieder hervorragend funktioniert“, sagte DJK-Trainer Jörg von Estorff und lobte seine abgekämpften Schützlinge für ein beherzt geführtes Match gegen einen Nachbarn, der vor allen Dingen in der zweiten Halbzeit große Vorteile hatte und auf dem besten Weg war, um die Partie zu seinen Gunsten zu entscheiden.

Enttäuschter Schneidersmann

„Das hat leider nicht geklappt, denn dafür haben wir viel zu viele freie Chancen nicht genutzt“, grantelte SG-Männerwart Timo Schneidersmann, der den privat verhinderten Trainer Arnd Wefing vertreten hatte. „Wir waren ganz nah dran und haben uns selbst um die Früchte der eigenen Arbeit gebracht“, ärgerte sich Schneidermann über zwei entgangene Punkte. „Für uns war viel mehr drin, wir hätten hier gewinnen können.“

Die „Wölfe“ waren in der Tat auf Kurs Richtung Wende, arbeiteten sich nach einem Sechs-Tore-Rückstand direkt nach Wiederbeginn (12:19/31.) Stück für Stück heran und rüttelten auch dank der Treffer von Jonas Schulte (zum 19:22/39.) und Lauritz Wefing (20:22/41.) kräftig am Sockel der Bösperder, die nun gehörig wackelten, aber letzten Endes doch nicht umfielen.

Die Gastgeber hatten bis dahin vor der rappelvoll besetzten Tribüne eine furiose Halbzeit hingelegt. Scheinbar unbeeindruckt vom frühen 1:3 (5.), drehten sie das Spiel per Dreierpack von Max Wergen (4., 6., 8.) sowie durch Tore von Hendrik Sparenberg (6.) und Tim Voss (9.) auf 5:4 und sollten nach dem 7:7 (12.) die Führung nicht mehr abgeben. 12:8 und 13:9 jeweils durch den bärenstark aufspielenden Kreisläufer Marcus Hünnes (21./22.), danach Philipp Wergens 15:10 und 17:11 (25./28) – Bösperde steuerte mit großen Schritten Richtung Pause und schien auch mit Blick auf Durchgang zwei freie Bahn zu haben.

Aufholjagd bis zum 27:27

Aber die SG-Zweite wehrte sich gegen die drohende Niederlage. „Wir wollten in der Deckung konsequenter zupacken und vorne besser treffen – das haben die Jungs eigentlich gut umgesetzt“, so Timo Schneidersmann, der sich dann auch über den Dreierpack des unheimlich treffsicheren Felix Thier zum 27:26 (53.) freuen durfte. Als der wurfgewaltige Linkshänder aus dem Mendener Drittliga-Kader mit seinem zwölften Tagestreffer gar den Ausgleich erzielte (27:27/55.), nahm die Wende tatsächlich deutliche Formen an.

Aber sie kam nicht. Auch weil die wankenden Bösperder wieder stabiler wurden, nachdem René Tillmann und Philipp Wergen auf 29:27 (58.) stellen konnten. Und weil sie in der nun praktizierten offenen Manndeckung Lücken fanden, um zum Erfolg zu kommen. So setzte sich Tillmann zweimal entscheidend durch und markierte das umjubelte 31:27 (59./60.).

Text: Westfalenpost Menden – Eberhard Tripp

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