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„Ein Turnier, das Pflicht geworden ist“

Niclas Pieczkowski (links) stand beim Turniertalk im „woanders“ Moderator Stefan Dose Rede und Antwort. Im Hintergrund Mark Dragunski, aktuell noch Trainer bei der HSG Düsseldorf/Neuss. Foto: Tobias Schad, schad-info.de

Mit dem Besuch von Handball-Nationalspieler Niclas Pieczkowski (SC DHfK Leipzig) beim Turniertalk im Szenelokal „woanders“ hatten die Macher der SG Menden Sauerland schon am Freitag bei der Eröffnungsfeier einen besonderen Coup angekündigt.

Mit Mark Dragunski, Nachwuchstrainer und Jugendkoordinator bei der HSG Düsseldorf/Neuss, gesellte sich am Samstagabend noch ein prominenter Sportler dazu.

Stefan Dose moderierte den „Smalltalk“ gekonnt und routiniert, die beiden Handballer zeigten sich sehr auskunftsfreudig, antworteten kompetent und eloquent. Nachfolgend die interessanten Aspekte des Gesprächs:

EM-AbsageNiclas Pieczkowski: Ich wäre jetzt lieber ganz woanders, aber ich habe mich seit Wochen mit einer Sehnenreizung in der Schulter herumgeschleppt und musste mich beim Lehrgang in Kaiserau entscheiden, ob ich mich durchquäle oder der Schulter Ruhe gönne. Es war eine schwere Entscheidung, aber ich denke die Gesundheit geht vor.

NationalteamNiclas Pieczkowski: Vor so einem wichtigen Turnier ist die Stimmung immer angespannt. Aber man versteht sich gut, auch wenn natürlich ein großer Konkurrenzkampf herrscht, denn jeder will mitfahren. Wichtig in Kaiserau war, dass das Konzept von Trainer Christian Prokop weiter verinnerlicht wurde.

Früher und heuteMark Dragunski: Alles ist noch viel professioneller geworden. Heute wird aber der Fokus wieder mehr auf die Abwehrarbeit gelegt. Und ich finde gut, dass wieder mit einer gesunden Härte verteidigt werden darf.

Weg zum HandballprofiMark Dragunski: Die jungen Handballer sollten viel Gelassenheit mitbringen und nicht zu früh zu viel wollen. Sie sollten dahin gehen, wo sie sich entwickeln können und Spielanteile bekommen. Und von Rückschlägen sollte man sich nicht abschrecken lassen – sie werden kommen.

Sauerland-CupNiclas Pieczkowski: Mit VfL Eintracht Hagen habe ich vor einigen Jahren hier in Menden gespielt. Wir haben zwar nicht gewonnen, aber es war feucht-fröhlich. Denn als Jugendlicher will man auch bei so einem großen Turnier alles ausleben.
Mark Dragunski: Im Sommer war ich als Spielervater in Menden, diesmal als Trainer – ein Turnier, zu dem man gerne kommt. Es ist schon fast eine Pflicht, hier teilzunehmen.

LeipzigNiclas Pieczkowski: Von Leipzig war ich nach meinem Wechsel dorthin von Beginn an überrascht. Der Umgang mit jungen Spielern ist hervorragend. Bei uns trainieren jetzt auch schon die A-Jugendlichen mit, damit sie sich an die Bundesliga-Luft gewöhnen können und von den Etablierten lernen.

ZukunftNiclas Pieczkowski: Ich habe einen Vertrag bis 2020 – mehr gibt dazu fast nicht zu sagen. Ich fühle mich sehr wohl dort und der SC ist und bleibt meine erste Adresse. Mark Dragunski: Ich werde zur SG Schalksmühle wechseln und dort versuchen, in den nächsten drei Jahren als Jugendkoordinator die Jugendarbeit anzuschieben. Außerdem will ich als Trainer der zweiten Mannschaft ein gutes Fundament für die Erste schaffen.

EM-TippMark Dragunski: Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, denn es gibt viele Favoriten. Aber das Halbfinale ist machbar.
Niclas Pieczkowski: Ich halte alles für möglich. Wir haben bei den letzten Turnieren die ganze Spannbreite erlebt.

Text: Westfalenpost Menden – Franz Schoo

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